SHI TOU – STEINKOPF

© Village Roadshow Pictures Asia Ltd

SHI TOU – STEINKOPF
(SHI TOU)

Shi Tou lebt mit seiner Großmutter in einem abgelegenen Dorf in der chinesischen Provinz. Sein Vater arbeitet in der fernen Großstadt und kommt die Familie nur selten besuchen. Auf Grund herausragender Schulleistungen bekommt Shi Tou einen nagelneuen Fußball geschenkt. Stolz nimmt er ihn mit nach Hause, doch sein Lehrer meint, dass er der ganzen Klasse gehört. Shi Tou bringt den Ball zurück, aber in seiner Enttäuschung trifft er eine folgenschwere Entscheidung, die nicht nur die Beziehung zu seinem besten Freund zerstört, sondern seine ganze Welt aus den Fugen geraten lässt.

Ausgehend von einer simplen Kindergeschichte erzählt der Film in dokumentarischen Bildern von einem Leben ohne die Geborgenheit einer Familie und vom Verlust der Unschuld.

Trailer:

Kritik der Kinderjury

Der Name Steinkopf passt sehr gut zur Hauptfigur dieses Films. Für uns war es schwer auszuhalten, wie "versteinert" der verschlossene Junge auf Härte und Ungerechtigkeit reagiert. Auch das Schicksal von Pummel hat uns sehr berührt. Er wird von seinen Mitschülern falsch beschuldigt und gemobbt. Ganz gegen unsere Sehgewohnheiten berichtet der Film in dokumentarischem Stil am Beispiel kleiner Ereignisse über die schwierige Situation der Kinder von Wanderarbeitern in einer ländlichen Provinz von China.

Da ist zum Beispiel das rote Festnetz-Telefon in dem kleinen Laden, das die einzige Verbindung zu den Eltern in einer fernen Stadt darstellt. Und die Geschichte mit dem Fußball hat wirklich dramatische Konsequenzen. Uns war nicht ganz klar, ob Shi Tou den Ball kaputt gemacht hat. Vielleicht muss man das auch gar nicht wissen. Erst zum Schluss ist Shi Tou so weit, dass er seinen Fehler zugibt, und da ist es zu spät. Von der Handlung her bleibt immer etwas offen. Man hat bei dem Film ein wenig das Gefühl, als würde man auf etwas warten. Wir haben uns gefragt: Was ist das Ziel? Aber es gibt in diesem Sinne kein Ziel oder Happy End. Das Leben geht einfach weiter. Auffallend ist auch der Umgang mit der Ton-Ebene. Es fehlt die Filmmusik als emotionaler Verstärker. Wir beobachten die Kinder in ihrem Alltag und hören nur die "Atmo". Das und auch die streckenweise wackelige Kamera verleihen dem Film den dokumentarischen Charakter. Ein wahnsinnig trauriger Film, aber ein wichtiger Beitrag zum Thema Kinderrechte!!

 

VR China 2016
90 Minuten, Farbe

Regie: Zhao Xiang
Mit: Zhu Hongbo, Cai Jiakun, Deng Shuo, Luo Xiaolan, Wei Tao, u. a.

Weltvertrieb:
Village Roadshow Pictures Asia Ltd

9 +

chinesische Originalfassung (Mandarin), deutsch eingesprochen

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Zhao Xiang
Zhao Xiang