HERZ ÜBER KOPF

© Ascot-Elite

HERZ ÜBER KOPF
(LE CŒUR EN BRAILLE)

Marie hat in der Schule herausragende Noten und ist eine begabte Cellistin. Victor ist beim Lernen nicht so gut und in Marie verliebt. Von ihrem Geheimnis, dass sie langsam erblindet, weiß er nichts. Marie hilft Victor bei seinen Schulproblemen, und die beiden kommen einander langsam näher. Als Victor von Maries Krankheit erfährt, fühlt er sich zunächst hintergangen. Doch dann beschließt er, seiner Freundin zu helfen, ihr Geheimnis zu wahren, damit sie die Prüfung für die Musikschule absolvieren kann, bevor sie von ihren Eltern in eine Sonderschule für Blinde geschickt werden soll.

Der leichthändig inszenierte Film erzählt von einer unzerstörbaren Freundschaft, in der man miteinander durch dick und dünn geht, ganz egal, wie schwierig die Lage wird.

PREIS DER KINDERJURY Kinderfilmfestival Zlin 2017
PUBLIKUMSPREIS Kinderfilmfestival Zlin 2017

Trailer:

Kritik der Kinderjury

Dieser Film hat uns sehr gut gefallen! Eine seiner Stärken ist es, dass er gekonnt mehrere Geschichten miteinander verknüpft. Etwa die zarte Liebesgeschichte zwischen Marie und Victor und Victors berührende Beziehung zu seinem Vater. Auch Freundschaft und Mut sind wichtige Themen. Darüber hinaus wird der Alltag mit viel Humor geschildert. Der Film findet immer wieder überzeugende Bilder für Maries fortschreitende Erblindung. Das packende und zugleich berührende Finale gehört zu den Höhepunkten dieses sensiblen und wunderschönen Films!

Er ist einfach eine gelungene Mischung aus Spannung, Romantik und Humor. Zwar war einiges an der Handlung vorhersehbar (dass der eifersüchtige Mitschüler Marie eine Falle stellt und sie verrät). Manche Szenen fanden wir nicht so glaubwürdig (als Marie am Bootssteg ins Wasser fällt), trotzdem bleibt man dran. Gut ist auch, wie verschiedene Familiensituationen gezeigt werden. Der Gegensatz von Arm und Reich wird am Beispiel der beiden Hauptfiguren deutlich. Oder man bekommt Einblick in Haicams Zuhause, dessen Eltern muslimischer und jüdischer sind und ihren Alltag entsprechend der beiden Religionen leben. Haicam ist übrigens eine sehr witzige Nebenfigur. Er nervt zwar mit seinen obergescheiten Sprüchen, aber er ist auch ein treuer Freund. Filmisch wird Maries zunehmender Verlust des Augenlichts gut dargestellt (subjektive Kamera, das Bild von der Schaukel). Kamera, Schnitt und Ton arbeiten perfekt zusammen. Die Musik spielt natürlich eine große Rolle und macht den Film entsprechend emotional. Gern hätten wir noch mehr Cello-Musik gehört!

 

Frankreich 2016
85 Minuten, Farbe

Regie: Michel Boujenah
Mit: Alix Vaillot, Jean-Stan Du Pac, Charles Berling, Pascal Elbé, Aude Ruyter, u. a.

Weltvertrieb:
Ascot-Elite

9 +

französische Originalfassung, deutsch eingesprochen

CINEMAGIC
Donnerstag / 16.11. / 15 Uhr

VOTIV KINO
Freitag / 17.11. / 9 Uhr

CINE CENTER
Sonntag / 19.11. / 11 Uhr

Michel Boujenah
Michel Boujenah